Was sind Triggerpunkte? (TP)
Das Wort "Triggerpunkt" stammt aus dem Englischen "to trigger" und bedeutet "auslösen". Gemeint
ist damit das Auslösen von fortgeleitenden Schmerzen. Dies ist eine typische Eigenschaft von
Triggerpunkten. Sie strahlen häufig Schmerzen in entfernte Körperregionen aus. Dies ist eine
Erfahrung, die wir tagtäglich machen. So können z.B. Rückenschmerzen von Triggerpunkten in der
seitlichen Gesässmuskulatur herkommen oder Kopfschmerzen von Triggerpunkten in der
Nackenmuskulatur.
Triggerpunkte entstehen häufig mit der Zeit, als Folge von immer wiederkehrenden Bewegungen
oder Stellungen. Was am Anfang ein gewöhnlicher Muskelkater war, kann mit der Zeit bleiben und
anhaltende Schmerzen verursachen. Muskelfasern müssen sich dauernd zusammenziehen und
wieder lösen können. Dafür braucht es genügend Energie, welche im Körper mittels Sauerstoff im
Blut bereitgestellt wird. Ist dies nicht mehr gewährleistet, können milimetergrosse Stellen in der
Muskulatur zusammengezogen bleiben, eine lokale Entzündung verursachen und wehtun. Diese
zusammengezogenen Muskelabschnitte nennt man Triggerpunkte.
Die Schmerzen von Triggerpunkten können sehr verschieden sein. Das kann von Ziehen über
Brennen, bis zum Gefühl von Kraftlosigkeit gehen.
Ein TP kann aktiv oder latent sein:
- Ein aktiver TP verursacht Schmerz.
- Ein latenter TP ist in Bezug auf Schmerzen klinisch stumm, kann aber
Bewegungseinschränkungen und Schwäche des betroffenen Muskels verursachen.
- Ein latenter TP ist für akute Schmerzzustände anfällig. Ein leichtes Überdehnen,
Überbeanspruchen des Muskels reicht, um ihn zu reaktivieren.
Durch die Palpation mit den Fingern quer und längs des verspannten Muskelfaserbündels des zu
untersuchenden Muskels kann an charakteristischen Stellen eine Veränderung des Muskelgewebes
ertastet werden. Eine Verdickung bis hin zu kleinen Knötchen kann im palpierenden, verspannten
Muskelfasernbündel vorhanden sein.
Die Palpation mit einem verstärkten Druck löst in einem aktivierten TP eine lokale Zuckungsreaktion
aus. Die einhergehenden für ihn typischen Ausstrahlungen geben dem Therapeuten Aufschluss
darüber, am richtigen Muskel, respektiv am richtigen TP zu sein. Während der TP-Behandlung
können auch vegetative Reaktionen auftreten wie heftiges Schwitzen, erhöhte Pulsfrequenz,
Änderung der Gesichtsfarbe.
Eine der häufigsten Ursachen für chronische Muskelschmerzen sind so genannte Triggerpunkte in
der Skelettmuskulatur. Triggerpunkte sind schmerzhafte Muskelfaserverdickungen an Muskeln und
Sehnen. Jeder der etwa 400 Muskeln der Skelettmuskulatur kann einen oder mehrere
Triggerpunkte bilden.
Nicht erkannt führen sie deshalb häufig zu Fehldiagnosen, bei denen die Patienten oft eine lange
Liste von diagnostischen Verfahren durchlaufen haben, ohne dass eine Ursache für die Schmerzen
gefunden wurde. Behandelt werden die Triggerpunkte nach sorgfältiger Diagnostik durch
Kompression, gezielte Dehnung des Muskels unter Kühlung und durch Injektionen von
Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel).
Triggerpunkte können als Bindegewebe-Ablagerungen angesehen werden.
Diese können zum Beispiel durch folgende Ursachen entstehen:
- Überbeanspruchung durch Verletzungen wie z.B Zerrungen, Misstritte
- Verspannungen nach Fehlhaltungen (schlechte Arbeitsplatz-Ergonomie, repetitive Bewegungen
unter ungünstigen Bedingungen)
- Schonhaltungen im Zusammenhang mit anderen auftretenden Schmerzen
- Verspannungen aufgrund von Stress oder anderen äusseren Einflüssen
- Verspannungen aufgrund von psychischen Einflüssen
All diese Möglichkeiten führen zu einer Minderdurchblutung des Muskelgewebes und können die
Ursache für einen Triggerpunkt sein, diese Bindegewebsansammlung bewirkt jedoch ihrerseits
wieder eine Minderdurchblutung - ein sich selbst erhaltender, schmerzhafter Teufelskreis kann
entstehen... Die Triggerpunktarbeit ist ein möglicher Weg diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Triggerpunkte sind Stellen mit erhöhter Reizbarkeit. Durch Druck können Triggerpunkte gereizt
werden, dabei überträgt jeder Muskel einen typischen Schmerz in eine oft entfernt gelegene Zone
(auch Referenzschmerzzone genannt). Vom Auslösen dieses Schmerzes kommt die Bezeichnung
Triggerpoint (englisch "to trigger" = auslösen).
Jeder Mensch hat "schlafende" Triggerpunkte, das heisst einzelne verspannte Muskelfasern. Bei
Verletzungen, Entzündungen, venösen Stauungen oder Überbelastung kann eine muskuläre
Dysbalance entstehen.
Ein aktiver Triggerpunkt ist in der Regel nur einige Millimeter gross und reagiert bei Druck mit
Schmerz. Die therapierte Person bestimmt jederzeit wie fest der Druck des Therapeuten sein darf
und kann mit "Stop" jederzeit eine Pause verlangen. Dieser Schmerz ist zwar erst unangenehm,
führt aber bald zu einer Art "Wohlweh" und verschwindet oft ganz. Spezielle Streichungen und
Dehnungen ergänzen die Triggerpunkt-Behandlung. Ergänzend wird eine klassische Massage
empfohlen.
Triggerpunkt-Behandlungen eignen sich bei:
- Kopfschmerzen, Schwindel, Migräne
- Schulter-, Nacken- und Rückenschmerzen
- Schleudertrauma ****(LINK)
- Brustschmerzen (Engegefühl)
- Golfer-Ellbogen, Tennis-Ellbogen
- Pseudoischialgien, Hexenschuss
- Schmerzen im Fuss beim Gehen, Achillessehnenschmerzen, Sehnenansatzentzündungen
- Kältegefühl in Händen oder Füssen
- Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
- Schmerzen durch Körperfehlhaltungen
- zur Schmerzlinderung bei Arthrosen
...und vielen anderen Beschwerden des muskulären Bewegungsapparates.